Um es kurz zu machen: diese Beschreibung wird etwas länger, da der Weg zum jetzigen Ergebnis einige Umwege enthielt.
Die Pfarrkirche St. Bartholomäus ist das herausragende Bauwerk in Meggen (Ortsteil von Lennestadt). Baubeginn war 1895, schon im Folgejahr konnte das Gotteshaus geweiht werden.
Die Kirche beherbergt auf der Empore eine Stockmann-Orgel, die ursprünglich aus dem Jahre 1904 stammt. Allerdings wurde die Disposition 1982 so aufgehellt, dass seitdem ein einheitliches Klangbild nicht mehr erkennbar war.
Etliche klangliche Kostbarkeiten (sowie die originalen Kegelladen) aus dem Jahre 1904 waren aber glücklicherweise noch erhalten und werden in das neue Konzept übernommen.
Unser Konzeptangebot strebte eine weitestgehende Rückführung der Stockmann-Orgel auf den ursprünglichen klanglichen Zustand an. Dabei sollte das Instrument am Ende aber den Ansprüchen entsprechen, die man an ein Werk des 21. Jahrhunderts stellt (Erweiterung des Ambitus im Pedal bis f´; Zubau eines Schwellwerks; Klangfarben die auch eine sanfte Aufhellung des Gesamtklanges zulassen; elektrische Sicherheit, Setzeranlage usw.).
Dies alles sollte unter Beibehaltung des jetzigen Prospektes (also ohne die optische Situation in der Kirche zu verändern) geschehen.
Am Anfang aber stand nur ein Reinigungsangebot der Erbauerfirma, welches die Gemeinde nicht glücklich machte.
Dann wurde über einen Austausch gegen eine gebrauchte Orgel aus Köln nachgedacht, welches sich aber (zum Glück) zerschlug.
Dann ging man auf die Suche nach alternativen Lösungen, landete nach einem Tipp eines ehemaligen Studienkollegen des Kirchenmusikers zur Hörprobe in Pulheim-Geyen St. Cornelius.
Die Gemeindevertreter (und später auch der Orgelsachverständige) konnten sich vorstellen mit uns zusammenzuarbeiten und wir stellten ein Konzept auf die Beine, welches alle alten Teile der Stockmann-Orgel (mit Ausnahme des riesigen Doppelfaltenbalges) erhalten konnte.
Dazu wurde die Klanglichkeit von 1904 wieder angestrebt und Wünsche der Gemeinde umgesetzt.
Die zusätzliche Kegellade im Schwellwerk ist nun so disponiert und technisch angeschlossen worden, dass es möglich ist, innerhalb des Schwellwerks zweimanualig zu spielen (z. B. Schwebung gegen Oboe oder ein Kornett gegen den Geigenprincipal usw.).
Die zwei Bauabschnitte wurden mit viel Interesse aus der Gemeinde und von einer tollen Unterstützung begleitet.
Ende 2022 waren unsere Arbeiten beendet.
Im Januar 2023 wurde die Orgel festlich geweiht.