KlangWelt – Was wir tun

Sommer 2015

Reinigung und Intonation in XXL

Ruhr-Universität Bochum

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(Foto: Sabine Hoeper)

Bei diesem Projekt stellt sich die Frage, ob die Organisation, Planung, Absprache und die Zeitknappheit nicht komplizierter sind als die eigentlichen Arbeiten an der Orgel (wobei die Arbeit gerade bei der Intonation nicht von Pappe war).

Gut zwei Jahre suchten die Verantwortlichen der Ruhr-Universität Bochum nach einem Zeitfenster im ständig ausgebuchten Auditorium Maximum, welches unter anderem als Konzertsaal der Bochumer Symphoniker sowie für das Uniorchester und -chor, größtem Vorlesesaal der Universität und Ausstellungsraum für unterschiedlichste Zwecke dient. Dabei mussten wir schon einen Kompromiss in unseren Zeitvorstellungen eingehen. Kein Problem in dem Zeitraum der reinen Reinigungsarbeiten. Einfach mehr Leute, dann geht es schon schneller.

Aber der Zeitraum der Nachintonation war von unserer Seite aus nicht verhandelbar. Da müssen besondere Bedingungen eingehalten werden. Kein Zeitdruck und absolute Ruhe im Raum. Dazu ein zeitsparendes, weil wegeverkürzendes Konzept. Die gesamte Orgel wurde fast komplett eingerüstet. An den Seiten mit Plateaus um Pfeifen auslagern und reinigen zu können ohne kilometerweit damit laufen zu müssen. Und vor dem Prospekt um die Schäden eines Wassereinbruchs von den 32´ Prospektpfeifen zu entfernen.

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Dazu werden noch kleinere Reparaturen ausgeführt die sich auch von dem Wassereinbruch herleiten. Aber auch eingesackte Pfeifen mit zusätzlichen Rastern und Aufhängungen ausgestattet, die Spieltischbeleuchtung am fahrbaren Spieltisch in entsprechender Größe ausgetauscht usw.

Insgesamt kann man von einem reinen Luxusinstrument der Firma Klais aus dem Jahre 1998  sprechen: zwei Spieltische; drei 32´ Register, davon zwei komplett in voller Länge (Pincipalbass 32´ ab E im Prospekt und Bombarde 32´ die von uns auf den Bordunpunkt intoniert wurde); drei Schwebungen (auf dem ersten Manual eine Principalschwebung Pifaro 8´ die jetzt auch endlich funktioniert, im zweiten Manual eine tieferschwebende Flötenschwebung und im dritten Manual eine Streicherschwebung, die jetzt so leise ist, wie man sich das bei der Kombination Aeoline und Vox coel.  vorstellt); zwei Schwellwerke; vier Manuale; vier horizontal Zungen (16´, 8´, 8´, 4´); keine Transmissionen oder Extensionen, alles echt!

Disposition der Orgel :

I.HAUPTWERK    C-c4 II. POSITIV C-c4 III. RECIT C-c4 IV.BOMBARDWERK C-c4 (horizontal) PEDAL C-g1
Praestant 16′ Rohrgedackt 16′ Salicional 16′ Tuba 16′ Principalbass 32′
Gedackt 16′ Principal 8′ Bourdon 16′ Tuba 8′ Untersatz 32′
Principal I-II 8′ Quintadena 8′ Diapason 8′ Tromp. chamade 8′ Principal 16′
Flûte harm. 8′ Portunalflöte 8′ Flûte traversière 8′ Tromp. chamade 4′ Violonbass 16′
Doppelgedackt 8′ Unda maris 8′ Konzertflöte 8′ Subbass 16′
Salicional 8′ Octave 4′ Aeoline 8′ Zartbass 16′
Pifaro 8′ Koppelflöte 4′ Vox coelestis (ab c0) 8′ KOPPELN Octave 8′
Octave 4′ Viola 4′ Octave 4′ II – I Flötbass 8′
Blockflöte 4′ Sesquialter II 2 ⅔‘ Flûte octaviante 4′ III – I Cello 8′
Fugara 4′ Bauernflöte 2′ Violine 4′ IV – I Choralbass 4′
Großquinte 5 ⅓‘ Quinte 1 1/3′ Nasat 2 ⅔‘ III – II Flöte 4′
Großterz 3 1/5′ Mixtur V 2′ Doublette 2′ IV – II Nachthorn 2′
Quinte 2 ⅔‘ Scharff IV 1 ⅓‘ Kleincornet III 2 ⅔‘ IV – III Großcornet III 10 ⅔‘
Octave 2′ Dulcian 16′ Plein jeu harm. III-V 2′ Sub III – I Hintersatz V 4′
Waldflöte 2′ Cromorn 8′ Harm. aetheria III 2 ⅔´ Super III – I Rauschquint III 2 ⅔‘
Mixtur V-VII 2 ⅔‘ Klarinette 8′ Basson 16′ Super in III Bombarde 32′
Cymbel IV 1′ Horn 8′ Trompette harm. 8′ Sub in III Posaune 16′
Cornet V (ab g0) 8′ Tremulant Hautbois 8′ I – P Fagott 16′
Trompete 16′ Voix humaine 8′ II – P Trompete 8′
Trompete 8′ Clairon harmonique 4′ III – P Clairon 4′
Clairon 4′ Tremulant IV – P

 

Bisher erschienene Berichte im Kölner Stadt Anzeiger; der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung und der Ruhr-Universität intern:

 

http://www.ksta.de/pulheim/sanierung-der-groessten-konzertorgel-in-nrw-6146-pfeifen-werden-per-hand-gereinigt,15189190,31220988.html

http://waz.m.derwesten.de/dw/staedte/bochum/grossputz-fuer-die-orgel-im-audimax-id10906691.html?service=mobile

http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/meldung/2015/07/meld02827.html.de

 

 

 

Dormagen-Delhoven St. Josef

Dormagen-Delhoven-Fruehling-2015

Für unser Unternehmen stand erneut ein Orgelumzug an.

Dies wurde aber erst nach der vierten Orgel die der Gemeinde angeboten wurde konkret. Bei dem ersten Instrument war eine andere Käufergemeinde schneller. Bei dem Zweiten wäre der Umbauaufwand zu groß gewesen. Von dem dritten haben wir Orgelbauer aus unterschiedlichen Gründen abgeraten.

Dann bot Andreas Ladach der Gemeinde eine Kreienbrink Orgel von 1969 mit 19 Registern aus der Johanneskirche in Telgte im Münsterland an. Dieses Instrument war zwar asymmetrisch, was nicht in die Kirche in Delhoven gepasst hätte, machte aber von seiner Verarbeitungs- & Klangqualität her einen überzeugenden Eindruck auf alle Beteiligten.

Also wurde von uns ein Konzept erarbeitet, wie die Asymmetrie zumindest abgemildert werden konnte. Dazu noch eine moderate Anpassung der Disposition und das Angebot für den Kirchenvorstand war fertig. Nun musste schnell entschieden werden, da man nicht noch einmal erleben wollte, dass eine andere Gemeinde schneller war. Um dem Entscheidungsgremium eine Vorstellung zu geben, wie das Instrument in der Kirche St. Josef wirken würde, stellten wir kurzerhand ein sieben Meter hohes Gerüst auf die Empore. Eine einfache Stellage reichte um die Dimensionen zu zeigen.

Dann ging alles sehr schnell und keine sieben Wochen später steht die Orgel umgebaut und umintoniert in Delhoven. Die Pedallade wurde komplett hinter die Orgel gestellt und elektrifiziert. Das Gehäuse wurde ergänzt. Dadurch steht der Prospekt nun als schlanke Säule mit schwellbarem Brustwerk und Hauptwerk übereinander. Innerhalb der Orgel wurde die Disposition so geändert, dass Quinte und Terz aus dem Sesquialter im Hauptwerk nun als Einzelaliquoten im Brustwerk spielbar sind. Dort kann jetzt ein Flötenkornett registriert werden. Die Scharffcymbel und die hohe Quinte sind dafür aufgegeben worden. Die Zweifüße wurden innerhalb der Manualwerke getauscht. Wer mitgezählt hat, hat gemerkt, dass noch ein Stock frei ist. Dieser soll in absehbarer Zeit mit einer Gambe 8´ besetzt werden.

Neue Disposition der Orgel:

I. Man. Hauptwerk
Principal 8′
Rohrflöte 8′
Gambe 8´ (vacant) Octave 4´
Gedacktflöte 4´
Superoctave 2´
Mixtur 1 1/3′ 4f.
Trompete 8′
Tremulant
II. Man. Schwellwerk
Gedackt 8′
Blockflöte 4′
Quinte 2⅔´
Waldflöte 2´
Terz 1 3/5´
Krummhorn 8′
Tremulant
Pedal
Subbass 16′
Offenbass 8′
Choralbass 4′
Piffaro 2´ 3f.

Fagott 16´

Frühling 2015

Pfarrkirche Heilig-Geist zu Rösrath-Forsbach

Roesrath-Forsbach-Fruehling-2015

Der Schimmelbefall in und an der Stahlhuth Orgel mit ihren 19 Registern war schon sehr deutlich. Und somit die Entschimmelungsmaßnahme entsprechend dringlich. Im Zuge dieser erweiterten Reinigung wurden an einigen Registern die Intonationsparameter korrigiert. Die entsprechende Nachintonation des inhomogenen Pfeifenwerks, welche in Teilen einer Umintonation gleich kam, hatte ein ausgeglicheneres Klangbild mit weniger Nebengeräuschen zum Ziel. Und dies ist auch erreicht worden.

Disposition der Orgel :

1. Manual HW C-g´´´: 2. Manual NW C-g´´´: Pedal C-f´:
Principal 8´ Musiziergedackt 8´ Subbass 16´
Bordun 8´ Rohrflöte 4´ Offenbass 8´
Oktave 4´ Principal 2´ Choralbass 4´
Kleingedackt 4´ Carillon 1 3/5´ + 8/9´ Quintade 2´
Waldflöte 2´ Schnabelflöte 1´ Liebl. Posaune 16´
Sesquialter 2 fach Rohrschalmey 8´
Mixtur 4 fach 2´
Trompete 8´ I-P
II-I Tremulant II-P

 

Neuapostolische Kirche Dortmund-Hombruch

 

Dortmund-Hombruch-NAK-Fruehling-2015

Die Simon Orgel in der NAK in Dortmund-Hombruch wurde Opfer der großen Umbaumaßnahmen in der Kirche.

Das zwölf-registrige Instrument war über und über voll mit Baustaub. Dieser wurde in einer Reinigungsmaßnahme entfernt und alle Register grundlegend nachintoniert. Danach stellte sich die Orgel nicht mehr so spitz und kopflastig im Klang dar.

Disposition der Orgel :

1. Manual HW C-g´´´ : 2. Manual SW C-g´´´: Pedal C-f´:
Hohlflöte 8´ Holzgedackt 8´ Subbaß 16´
Spitzgambe 8´ Rohrflöte 4´
Prinzipal 4´ Nasard 2⅔´
Gemshorn 2´ Prinzipal 2´
Mixtur 4 fach Terz 1 3/5´
Rohrschalmey 8´
II-I
I/P
II/P